Luftfahrzeuge sind wie auch Infanteristen Gefahren im Feindgebiet ausgesetzt. Diese können sich zusammensetzen aus einer feindlichen Flugabwehr, MANPADS, schwerer Kanonenbeschuss, usw. Die Gefahr für ein großes und lautes Luftfahrzeug vom Feind aufgeklärt und beschossen zu werden, ist sehr groß und für diesen Fall muss jeder Pilot wissen, wie er oder sie zu reagieren hat, wenn es tatsächlich einmal zu feindlichem Beschuss auf den eigenen Helikopter kommt. Es gilt, den Piloten Verhaltensregeln und Prozesse klar zu machen, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. Im Folgenden werden diese Regeln festgelegt.

Einer der wichtigsten Basic Battle Drills, ist der Contact Report (dt. Kontaktmeldung). Die Kontaktmeldung muss jeder Operator im TITAN Platoon aus dem FF beherrschen und bei Operationen und Trainings ohne langes Überlegen abrufen können. Denn im Gegensatz zu üblichen Shootern ist es in Armed Assault von entscheidender Bedeutung, Informationen möglichst schnell, präzise und ohne Missverständnisse zwischen allen Spielern auszutauschen. Dies erleichtert nicht nur die Führung, sondern ist auch die Grundvoraussetzung für ein effektives, taktisches Vorgehen der einzelnen Teams. Um diese Anforderungen zu erfüllen, ist die Kontaktmeldung ein standardisiertes Verfahren.
Disengage ist ein Task, bei dem eine Einheit den Kontakt mit einem Feind abbricht, um einen anderen Task durchzuführen, oder um ein andauerndes Gefecht zu vermeiden. Disengage beinhaltet die Bewegung eigener Kräfte zu einem Ort, an welchem sie weder beobachtet noch direkt oder indirekt bekämpft werden können.
Die Kommunikation ist das wichtigste, um als Team zusammenzuarbeiten und das Missionsziel zu erreichen. Jedes Mitglied im Flight muss nicht nur an sich selbst, sondern auch an seinen gesamten Flight denken. Korrekte und komprimierte Kommunikation ist wichtig, um in Stresssituationen schnell, effizient und effektiv Informationen zu teilen. Wenn man darüber nachdenken muss, was man als nächstes sagen muss, ist die Rakete meist schon längst beim Kameraden eingeschlagen und die Mission ist gescheitert.
Die Meldung eines Kontaktes unterscheidet sich im Wesentlichen kaum von dem, wie es die Infanterie am Boden praktiziert. So sieht eine standardisierte Meldung wie folgt aus:
Kontakt (muss kein Feinkontakt sein)
Richtung (Süden, Nordost, etc.)
Entfernung (Danger Close, Far, etc.)
Art (Missile, AAA, Rifle)
Dabei sind die einzelnen Meldungen ihrer Wichtigkeit nach, in abnehmender Reihenfolge sortiert. Dieses Meldeverfahren soll eine standardisierte Methode zur effektiven Benennung von Kontakten bieten, um die Gefahr eindeutig, schnell und präzise ausmachen zu können. Falls bestimmte Informationen vom Piloten dabei nicht ausgemacht werden können, wie z.B. die Richtung, dann können diese Informationen auch ausgelassen werden. Bei unmittelbarem Beschuss kann der Pilot optimalerweise währenddessen oder auch nachdem ein Ausweichmanöver geflogen wurde, die Kontaktmeldung über Funk seinem Flight mitteilen.
Es muss nicht auf jeden feindlichen Kontakt gleich reagiert werden, da Kontakte sich von der Feuerkraft oder der Treffsicherheit stark unterscheiden können. So kann man z.B. als Kampfjet feindliche Handfeuerwaffen auf großen Höhen ignorieren, während SAM-Stellungen eine riesige Gefahr bergen. Die Unterteilung der einzelnen Kategorien sieht wie folgt aus:
Kat1: Handfeuerwaffen, Sturmgewehre
Kat2: Schwere Maschinengewehre, Kanonen
Kat3: Raketenbeschuss, gelenkte Waffen
Je nach Kategorie muss vom Piloten entschieden werden, ob er z.B. einen Anflug abbricht oder weiter fortsetzen will. Bei einem unbekannten Kontakt, d.h. man kann ihm keine Kategorie zuordnen, wird der Anflug grundsätzlich abgebrochen und der Pilot kehrt zur BP bzw. MA zurück.
Ohne in Panik zu verfallen, muss jeder Pilot im Flight die richtige Entscheidung im Moment eines Angriffs treffen können. Die Notfallverfahren müssen geübt und verstanden werden, damit es im Ernstfall durch reine „Muscle Memory“ zur richtigen Ausführung der Flugmanöver kommt. Je mehr die Piloten für den Ernstfall trainieren, desto größer sind ihre Kapazitäten im Ernstfall die Situational Awareness nicht zu verlieren, weil sie zu viel ihrer geistigen Kapazitäten darauf verwenden, auszuweichen.
Das Wichtige bei einem Kontakt ist, dass der betroffene Pilot Ruhe bewahrt. Panik und Hektik verschlimmern die Situation des Piloten lediglich und können katastrophale Folgen mit sich bringen. Um dem Piloten klare Verhaltensregeln zu geben, kann dieser sich an folgende Devise halten:
Aviate, Navigate, Communicate
Aviate: Zuerst auf die Gefahr fliegerisch reagieren, bspw. mit Aufbau von Geschwindigkeit und dem Verringern von Höhe
Navigate: Terrain ausnutzen und sich im Raum orientieren
Communicate: Seinem Flight die Gefahr melden und Informationen liefern
Um einer anfliegenden Rakete oder Beschuss auf das eigene Luftfahrtzeug bestmöglich auszuweichen, muss der Pilot folgende Manöver fliegen können:
Geschwindigkeit maximieren
Deckung suchen
Höhe reduzieren
Diagonal oder am besten im 90° Winkel zum Angreifer flüchten
Bei Lenkwaffen: Chaffs/Flares schießen
Formation brechen und erst später zu seinem Flight zurückkehren
Der Flight kehrt erst wieder in seine ursprüngliche Formation zurück, wenn keine unmittelbare Gefahr mehr besteht
Falls der Flight Lead ausgefallen ist, übernimmt Nr. 2 den Flight, usw.
Beachtet der Pilot alle Punkte und kann sie verinnerlichen, vergrößert dies seine eigenen Überlebenschancen und die seines Flights signifikant.